Liebesbeziehungen

Liebesbeziehungen – ein Raum in dem wir wachsen und heilen können

warum begeben wir uns in zweieinige Gemeinschaften, geben dem Ganzen einen Namen, einen Rahmen, womöglich Vorschriften – haben Erwartungen, Wünsche und Vorstellungen davon wie es zu laufen hat?

Genauso wundervoll wie die Zusammenkunft zweier Menschen sein kann, genauso viel Raum bietet sich hier auch für Enttäuschung, Schmerz und Kampf.

Wenn wir in der Lage sind zu erkennen, welche wunderbaren Workspace uns eine Beziehung liefert, dann entsteht hier ein Raum für inneres Wachstum, Heilung und unvorstellbare Weiterentwicklung.

All wir Menschen, die in einer Beziehung leben kennen die Situation, dass uns unsere Partner_in einfach wahnsinnig macht, dass wir bestimmte Verhaltensweisen ablehnen, als nervig und störend empfinden. Ist dir jemals in den Sinn gekommen warum das so ist? Sie halten uns einen Spiegel vor – sie zeigen uns auf, welche Anteile wir in uns selbst ablehnen, nicht mögen – nicht ansehen und bearbeiten. Es ist ein Geschenk Jemanden zu haben, der dich „sehen“ lässt.

Verlagere deine Aufmerksamkeit und sieh das Problem nicht in deinem Gegenüber – versuch es in dir selbst ausfindig zu machen und begegne ihm mit liebevoller Annahme.

Ich kann euch an dieser Stelle ein simples, jedoch konkretes Beispiel nennen. Alle Menschen haben unterschiedliche Auffassungen zur der Notwendigkeit einer akkurat aufgeräumten und sauberen Wohnung. Sebastian neigt dazu, Dinge zu benutzen und diese dann nicht selten liegen, stehen oder unvollendet zurück zu lassen. Das drückt mir hochgradig meine Knöpfe. Mein Körper setzt sich sofort in Alarmbereitschaft, mein Reptiliengehirn gewinnt die Oberhand und ich reagiere aus meiner Konditionierung heraus, wütend und genervt. Auch ich neige dazu unsortiert zu sein und ich hasse es abgrundtief.

Ich arbeite daran – immer und immer wieder und bin froh über meine Erkenntnis, dass Sebastian nicht das Problem ist, sondern meine Einstellung zur Situation. Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung – altklug und ausgelutscht – aber wahr.

Ob du das nun lesen möchtest oder nicht, aber ich bin mir recht sicher darüber, dass ein Großteil unserer Verletzungen die innerhalb einer Beziehung geschehen, zum größten Teil nicht durch unseren Partner_in verursacht werden.

Es ist keine einfache Aufgabe zu erkennen, dass mein Partner meine Gefühle zwar auslöst, jedoch nicht der Grund dieser ist. Das was in mir passiert – wenn im Außen etwas passiert, hat immer und ausnahmslos seinen Ursprung in mir selbst.  Niemand und nichts im Außen hat die Kraft dich zu verletzen, vielmehr ist es der Impuls der dich zu einer Reaktion, zu einem Gefühl oder gar einem Wutausbruch führt. Es ist immer deins.

Hier gilt es kraftvoll und bewusst nach Innen zu schauen, zu erkennen welche unverarbeiteten Anteile in mir wirken, mir die Knöpfe drückt, mich unbewusst werden lassen oder einen Seelenschmerz auslösen.

Ich bin der Überzeugung ein Großteil an Liebesbeziehung dient Ihren Teilnehmern dazu, Ihre inneren Löcher zu stopfen. Löcher welche sich über die Jahre unseres Daseins angehäuft haben – welche anzuschauen Kraft kostet und Angst macht. Es wird erwartet, dass das Gegenüber uns mit seiner Liebe ganz und heil macht – aber so läuft das nicht.

Die Welt ist voller kleiner verletzter Kinder, die nach Liebe und Anerkennung suchen, geprägt von Situationen – handelnd aus Konditionierung, simpel programmiert, dürstend nach Erlösung und Akzeptanz. 

Wahre Liebe beruht auf Annahme. Annahme von dem was ist. Annahme aller Seelenanteile meines Partners_in und Annahme aller meiner eigenen Seelenanteile. Liebe kommt aus dir heraus – entsteht in dir und bedarf keinerlei Zutun vom Außen.

Es ist auf Dauer unerlässlich dir darüber klar zu werden, dass du der wichtigste Mensch in deinem Leben bist, dass deine Priorität auf einem liebevollen Umgang mit dir selbst liegen sollte – so hat eine Beziehung mit einem anderen Menschen eine liebevolle Grundlage und baut nicht auf Abhängigkeiten und unerfüllbaren Erwartungen auf.

Es ist nicht die Aufgabe deines Partners_in dich glücklich und vollständig zu machen, es ist deine.

Der Mensch an sich ist auf eine Art und Weise unwahrscheinlich komplex und verwirrend, aus anderer Sicht sind wir letztendlich unfassbar einfach gestrickt und in der Lage über Selbsterkenntnis aus Situationen neu sortiert und gestärkt zu erwachsen.

Eine Liebesbeziehung gibt uns die Möglichkeit uns selbst zu erkennen, alte Verletzungen aufzudecken und durch ein liebevolles Miteinander, Freiraum und Tiefe mit dir und für dich selbst und Akzeptanz, Heilung zu erfahren. Sei ehrlich zu dir selbst, lass dich fallen und darauf ein. Mach den ersten Schritt und erkläre deinem Partner, dass du bestimmte Gefühle in dir trägst, Ihn jedoch dafür nicht verantwortlich machst. Weise zudem darauf hin, dass es dir passieren kann, dass du auf Grund alter Konditionierungen dennoch ihm/ihr die Schuld dafür zuweist, da du in unbewussten Momenten nicht  in der Lage bist es anders zu erkennen oder zu steuern.

Hab den Mut, deine Unbewusstheit einzugestehen – sie zu kommunizieren und zu akzeptieren. Ein Schritt auf die Dinge zu, bietet eine Grundlage zu Veränderung und Transformation. 

Wenn Ihr, aus deinem Gefühl heraus an einem Tiefpunkt eurer Beziehung seit, neigt die Seele dazu zu zeigen das sie atmen will. Gib Ihr diesen Raum, plane kleine Auszeiten für dich ein – und wenn es nur eine Stunde ist. Verbinde dich mit dir, atme weich und lasse deine Anteile in die Mitte kommen. Es mag sein, dass dir diese Herangehensweise etwas suspekt und ungewohnt für dich ist. Glaub mir, es schadet in keinem Fall sich liebevoll, sich selbst zu zu wenden. Tu es einfach und denk nicht zu viel darüber nach.

Wenn es dir hilft, lass auch die Verantwortung los, die du für deine Beziehung trägst. Mach es dir einfacher, denn ein Teil von dir möchte die Situation womöglich unbedingt in den Griff kriegen und strampelt wirr im Kreis. Bleib bei dir und überlasse den großen Plan deiner Seele.

Sie wird dir mitteilen, dass sich die Themen in deiner Beziehung lösen, je mehr du für dich sorgst und bei dir bleibst. Vertraue zudem deinem Partner und dass er seine Schritte geht – auf seine Art und Weise.

Eine Liebesbeziehung ist und bleibt ein Raum in dem wir wachsen und heilen können. Sie bietet Reibungspunkte, Rückspieglung und Zusammenhalt. Ein Ort voller Erkenntnis und Möglichkeiten, an dem wir uns gegenseitig als Individuen anerkennen und als Einheit über uns hinaus wachsen dürfen. 

Tauch ein – tauch auf …und vertrau der Entwicklung <3

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Über Dani

will das Leben lieben-, dich kennen- und sich fallen lassen lernen

2 Kommentare zu “Liebesbeziehungen – ein Raum in dem wir wachsen und heilen können

  1. Sehr schön geschrieben! Ich unterschreibe jede Zeile. 🙂 Eine Liebesbeziehung ist ein Geschenk, sowohl wenn alles Friede, Freude, Eiersatzkuchen ist als auch wenn schwere Gewitter aufziehen. Jede Nuance einer Partnerschaft gibt uns die Möglichkeit zu spirituellem Wachstum. Danke für den Artikel!

  2. Die Liebe ist wie das Leben selbst,
    kein ruhiger und bequemer Zustand;
    sondern ein großes, ein wunderbares Abenteuer.

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